Dezember 31, 2018

Rückblick, Einblick, Ausblick-

So würde ich meinen kleinen Beitrag betiteln. Ein Jahr mit Höhen und Tiefen, mit Erfolgserlebnissen aber auch mit Rückschlägen. Das Jahr 2019, das reichlich Perspektiven und Potenzial, aber auch einige Fallhöhen mit sich bringt.

Aber jetzt mal von vorne: Begonnen hat die Saison 2018 mit dem Weltcup in Miami. Bei sehr wenig Wassertraining im Winter, aufgrund unterschiedlicher Problematiken absolvierte ich die Vorbereitung auf das erste Aufeinandertreffen der internationalen Topsegler hauptsächlich im Kraftraum. Das Ergebnis dort fiel dementsprechend durchwachsen aus.

Wintertraining im Kraftraum

Das Frühjahrstraining auf Mallorca- ein ständiges Hin und Her zwischen dem deutschen Konsulat auf Mallorca, wo ich dank bestehender Kooperation mit der Uni Kiel meine Psychologieklausuren schreiben durfte- und Strand in Can Pastilla. Da ließ eine hartnäckige Grippe nicht lange auf sich warten. Pünktlich zur Princess Sofia Trophy war dann aber alles wieder im Lot. Bei schwierigen Wetterbedingungen gab es auf dem Wasser deutliche Fortschritte zu verzeichnen.

Wassertraining auf Mallorca

Der Aufwärtstrend setzte sich beim Weltcup in Hyères mit der nur knapp verpassten Teilnahme am Medalrace der besten Zehn fort. Auch die Europameisterschaft in La Rochelle fiel mit Platz 14 in die Kategorie „Gute Ansätze“.

La Rochelle hielt ordentlich Wind und Welle für uns bereit

Nur das Sahnehäubchen, das gewisse Etwas am letzten Tag nochmal so richtig Einen rauszuhauen, das fehlte noch. Bei der Kieler Woche sollte es dann gelingen: Ein zweiter Platz im Medalrace sicherte mir in einem Weltklassestarterfeld den 5. Platz im Gesamtklassement.

Zieldurchgang im Medalrace bei der Kieler Woche

Voller Motivation ging es dann zu den Weltmeisterschaften aller olympischen Bootsklassen nach Aarhus in Dänemark. Hier sollten die ersten Nationenstartplätze für die Olympischen Spiele 2020 vergeben werden. Einen dieser Plätze zu sichern, das war das Ziel. Das gelang nach einem kleinen Endspurt, auch wenn ich mir deutlich mehr als Platz 26 in der Endabrechnung vorgenommen hatte und doch mit mehr oder minder großer Enttäuschung klarkommen musste.

Die Nationenquali für die Olympischen Spiele ist geschafft!

Da kam der Weltcup vor Tokio gerade recht: Nur 2 Wochen nach der WM ging es nach Japan, der erste Kontakt mit dem olympischen Segelrevier 2020. Die Vorbereitungszeit war turbulent: Ein Taifun an meinem Geburtstag, Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit sowie die neue Kultur und die Essgewohnheiten hielten uns ordentlich auf Trab. Doch zur Regatta war dann alles gut eingespielt.

Training bei Riesenwellen in Enoshima
Das zukünftige Olympiarevier von oben

Ein 11. Platz zum Saisonabschluss stimmte mich versöhnlich und einzelne Rennen zeigten mir was alles möglich sein kann.
Der nationale Saisonabschluss fand dann dieses Jahr am Ammersee statt- die Deutschen Meisterschaften 2018. Nachdem ich im Vorjahr aufgrund von Terminüberschneidungen nicht teilnehmen konnte, gelang es mir dieses Jahr den Sieg zu sichern und den Titel der Deutschen Meisterin zu erringen!

Das Podium der Deutschen Meisterschaften

Hierauf folgte ein kleiner Kraft- und Athletikblock und dann ging es Anfang November schon wieder ins Wintertraining nach Portugal. Eine äußerst produktive Zeit mit einem Trainerwechsel, vielen Stunden auf dem Wasser und auf dem Rad. Ich denke, ich konnte in dieser Zeit eine gute Grundlage für die wichtige kommende Saison schaffen.

Ein weiteres Highlight: Der Gewinn des Helgacups 2018

Miami muss Ende Januar leider ohne mich stattfinden. Ich habe mich bei der Bundeswehr für eine der begehrten Sportförderstellen beworben und diese wurde mir vor 2 Woche dann auch bestätigt. Somit trete ich am 2. Januar 2019 meine 1-monatige Grundausbildung in Hannover an und werde mein Boot dann wohl erst Anfang Februar an der Algarve wiedersehen.
Was steht sonst nächstes Jahr an? Der Saisonhöhepunkt ist sicherlich die WM in Sakaiminato/ Japan im Sommer. Aber auch bei der EM Anfang Mai in Porto möchte ich bereits ein Wörtchen mitreden. Nicht zu vergessen das deutsche Highlight- die Kieler Woche!
Alles mit dem Ziel der deutschlandinternen Qualifikation für die Olympischen Spiele, das internationale Ticket ist ja bereits gesichert.

Dort soll es hingehen: Tokio 2020!

Mit seglerischen Grüßen
Eure Svenja